Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V.

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13.04.2010 Sachsen, 2 weitere Wölfe besendert

Über Ostern (am 2. und 3. April) wurden vom Wildbiologischen Büro LUPUS im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zwei Wölfe im sächsischen Wolfsgebiet gefangen und mit Halsbandsendern ausgestattet. Es handelt sich um eine junge Wölfin (11 Monate) aus dem Nochtener Rudel und deren Mutter.

Vorrangiges Ziel der BfN-Studie ist es, Erkenntnisse über das Ausbreitungs- und Abwanderungsverhalten von Wölfen in Deutschland zu gewinnen. Jungwölfe verlassen meist im Alter von 1-2 Jahren das Revier der Eltern, um ein eigenes Territorium zu finden. Sie können sehr weite Wanderungen zurücklegen, deren Verlauf mithilfe der GPS-GSM-Sender verfolgt werden kann. Altwölfe leben dagegen standorttreu, wobei die Größe und genaue Lage der Territorien von Jahr zu Jahr variieren können. Mittels der besenderten Altwölfin können nun zusätzlich Daten zur räumlichen und zeitlichen Revier-Nutzung gesammelt werden, die zu einem besseren Verständnis der Habitatwahl von Wölfen in der Kulturlandschaft beitragen.

Im Frühjahr 2009 wurden im Rahmen des BfN-Projektes bereits drei Wölfe aus dem Lausitzer Wolfsgebiet besendert: zwei Jungwölfe aus dem Nochtener Rudel ("Karl" und "Alan") - beides Söhne der aktuell besenderten Wölfin - und ein Altwolf aus dem Milkeler Rudel ("Rolf"). Alan hat sein Elternrevier im April 2009 verlassen und ist mehr als 1500 km weit abgewandert. Zuletzt wurde der Rüde im Grenzgebiet zwischen Weißrussland und Litauen lokalisiert. Seit Mitte Oktober 2009 sendet sein Halsband keine Signale mehr. Auch Karl hat sein Elternrevier inzwischen verlassen; er hält sich überwiegend in einem Gebiet auf, das zum nördlichen Teil des Milkeler Territoriums zählt.

Der Rüde des Milkeler Rudels "Rolf" hat 2009 ein sehr großes Territorium von 500km² bestrichen. Möglicher Weise muss er nun einen Teil seines Gebietes an "Karl" abtreten. Aus dem Monitoring gibt es Hinweise darauf, dass Karl und Rolf im März Revierkämpfe ausgetragen haben. Der Halsbandsender von Rolf ist Ende Januar ausgefallen, so dass die Wissenschaftler aktuell insgesamt drei Wölfe "am Sender haben".

Quelle: Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz"